Grundlagen zur Diskushaltung
Wer sich zum Kauf von Diskusfischen entscheidet sollte einige Haltungsbedingungen beachten. Auf der folgenden Seite möchte ich ihnen einige Grundregeln erläutern die sich bewährt haben.
Das Aquarium:
Da man Diskusfische in Gruppen ab 5 Tieren auwärts hält und man pro ausgewachsenen Fisch ca. 50L Wasser pro Tier rechnet empfiehlt sich eine Beckengrösse ab 350L, je grösser desto besser. Als Bodengrund eignet sich Quarzsand oder feiner Kies mit einer Körnung von 1-3 mm. Bitte keinen gröberen Kies verwenden da dort die Futterreste schneller einsinken und es zu Problemen kommen kann wenn sie vor sich hin gammeln. Ein heller Bodengrund eignet sich besonders gut da so die Farben der Fische besser zur Geltung kommen. Dunkler oder schwarzer Bodengrund eignet sich nicht so gut, da die Fische meist immer dunkler gefärbt sind. Dies gillt auch zu beachten wenn man eine Rückwand einkleben möchte. Möchten sie ein bepflanztes Diskusbecken betreiben rate ich jedem davon ab sogenannte Pflanzennährböden ins Becken einzubringen. Dies gab bereits grössere Probleme in der Haltung, da die Diskus empfindlicher reagieren. Natürlich gibt es auch Becken wo dies bestens funktioniert! Die Hauptakteure in einem Diskusbecken sollten immer die Fische sein und nicht die Pflanzen. Bei der Auswahl der Pflanzen sollten sie beachten das sie die hohen Temperaturen aushalten sollten. Hierzu eignen sich besonders Echinodorusarten, Tigerlotus und einige Cryptocorynen Arten. Bei der Bepflanzung des Vordergrundes sollte man eine freie Stelle für die Fütterung einplanen. So lassen sich Futterreste besser absaugen. Bei der Deko sollten sie darauf achten, das es sich um geeignete Materialien handelt. Beim Holz hat sich Savannen oder Morkienholz bestens bewährt. Bitte unbedingt darauf achten das es nicht fault oder weich ist. Dies kann zu Problemen führen. Steine sollten Kalkfrei sein und keine spitzen Kanten aufweisen. Bitte vorher testen! Andere Dekogegenstände aus Polyresin oder Kunststoff sind immer mit Vorsicht zu geniessen.
Das Wasser:
Der Diskus ist ein typischer Weichwasserfisch, der auch so gehalten werden sollte. Nachzuchten können auch in härterem Wasser gehalten werden, sollte aber dennoch eine Kh von 10 Dhg nicht überschreiten. Bitte messen sie vor der Anschaffung von Diskusfischen ihr Leitungswasser oder beziehen sie die Werte von ihrem Wasserversorger. Somit können sie sich bereits Gedanken machen ob eine Aufbereitung mit Osmose- oder einer Entsalzungsanlage notwendig ist. Ich empfehle jedem sich einige Tropfentest zu besorgen um die wichtigsten Werte selber messen zu können. Mittlerweile sind günstig Testkoffer auf dem Markt wo die gängigsten Test enthalten sind. Für mich am wichtigsten sind Ph, Kh, No2, No3 von Vorteil wäre auch NH3/NH4 (gerade bei Neueinrichtungen). Der Ph Wert sollte im neutralen Bereich liegen und 7,5 nicht überschreiten. Optimal sind Werte zwischen 6,5 und 7,2. Heckel aus dem Rio Negro lieben es aber saurer und zwar um 5,5. Für Wildfänge würde ich die Werte auf ca 6,6 - 6,8 und eine Kh von 2 einstellen.Wenn bekannt natürlich die Wasserwerte aus dem Herkunftsgebiet. Bitte beachten sie hierbei die Co2 Werte www.dennerle.de/de/index.php. Der Co2 Gehalt sollte 15-20mg nicht übersteigen.
Die Temperatur sollte zwischen 28-30°C betragen.
Bitte wechseln sie wöchentlich mindestens 40% des Wasservolumens, besser mehr. Dabei saugen sie bitte auch gründlich den Bodengrund mit einer Mulmglocke ab. Abgestorbene Pflanzenteile sollten ebenfalls entfernt werden.
Die Fütterung:
Diskusfische sind überwiegend carnivore Fresser welche allerdings auch Grünkost auf ihrem Speiseplan haben.
Füttern sie ihre Tiere mehrmals Täglich mit kleineren Portionen. Adulte Tiere sollten 2-3 mal , Halbwüchsige bis zu 5 x am Tag gefüttert werden. Jungfische je nach Grösse bis zu 8 x am Tag. Wichtig ist eine abwechlungsreiche und ausgewogene Ernährung. Ich kann ihnen folgende Futterarten empfehlen.
Trockenfutter: Diskusgranulate, Flockenfutter, Spirulinaflocken und Futtertabletten.
Frostfutter: rote-,weisse- und schwarze Mückenlarven, Artemia, Krill, Mysis, Muschelfleisch, Diskusmischungen mit Rinder- oder Putenherz, Garnelenmixe, Spinat
Lebendfutter: rote-, weisse und schwarze Mückenlarven, Enchyträen, Artemia, Tubifex und Garnelen
Einige Futtersorten sollten nur spärlich verfüttert werden, da ihre Fische sonst verfetten! Granulate sollten vor der Fütterung eingeweicht werden damit sie nicht im Magen der Fische aufquellen und zu einem Darmverschluss führen. Zum einweichen eigen sich auch Vitamintropfen aus dem Fachhandel hervorragend.
Das Verfüttern von Warmblüterfleisch (Rinder- und Putenherz) gibt immer wieder Anlass zur Diskussion. Ich selber verfüttere an meine Wildfänge kein Warmblüterfleischhaltiges Futter. Meinen NZ Fischen und Jungfischen verfüttere ich es sehr sparsam. Meine Fische kommen täglich in den Genuss von Lebendfutter!
Beifische:
Bitte achten sie bei der Vergesellschaftung auf Fischarten welche ähnliche Ansprüche an die Wasserwerte und Temperaturen haben. Sehr gut geeignet sind einige Salmlerarten, L-Welse und Panzerwelse. Bitte auch beachten das diese nicht zu klein sind da sie sonst als teures Lebendfutter enden. Meine Diskus haben es bereits geschafft einen Schwarm von 60 roten Neons zu eliminieren! Innerhalb von 2 Monaten waren alle weg. Seitdem verzichte ich auf Salmler.
Quarantäne:
Bitte führen sie bei jedem Neukauf eine Quarantäne durch um sich und den Fischen allfällige Probleme zu ersparen. Die Quarantäne bei ihrem Händler ist kein Ersatz für eine Quarantäne bei ihnen Zuhause.
Bitte setzen sie hierzu die Fische in ein leeres, sauberes gut eingefahrenes Becken und beobachten sie die Fische genau. Nach einer Woche können sie anfangen nach und nach das Wasser aus dem Becken in dem die Fische schlussendlich hinein sollen in ihr Quarantänebecken zu mischen. Dies sollten sie solange durchführen bis das Wasser 1:1 angepasst ist. Sollte in dieser Zeit keine Auffälligkeiten an den Fischen zu sehen sein wie zb. Hauttrübungen, schnelle Atmung, Scheuern können sie einen Fisch aus dem Altbestand zu den Neuerwerbten dazu setzen. Warten sie wiederum eine Woche und beobachten sie ihre Fische genau. Sollte alles normal bleiben und die Fische fressen und zeigen ihre ganze Farbenpracht steht einem Umsetzen ins neue Becken nichts mehr im Wege.
Ich lege jedem ans Herz die Quarantäne bis zum Schluss in einem Zeitraum von 4-6 Wochen durchzuführen. Somit können sie einer Bakterienunverträglichkeit oder sonstigen Erkrankungen vorbeugen. Es sind schon viele Fische durch keine oder unsachgemässe Quarantäne gestorben.
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